Der Buddy Check - 23SpotsDivers
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Der Buddy Check beim Tauchen

Der Buddy Check

Ein guter Tauchgang beginnt nicht erst unter Wasser. Schon an Land oder auf dem Boot nehmen sich die Tauchpartner ein paar Minuten Zeit und überprüfen gemeinsam ihre Ausrüstung. Dieses kurze Ritual kann einen entscheidenden Unterschied machen: der Buddy-Check.

Viele Taucher kennen die Situation: Die Ausrüstung sitzt, der Guide gibt das Zeichen und alle möchten möglichst schnell ins Wasser. In diesem Moment kürzen manche den Buddy-Check ab, führen ihn nur oberflächlich durch oder lassen ihn sogar ganz aus.

Doch gerade jetzt lohnt es sich, noch einmal kurz innezuhalten. Beim Buddy-Check prüfen beide Tauchpartner aktiv, ob die Ausrüstung vollständig und einsatzbereit ist. Sie kontrollieren Jacket, Blei, Schnallen und Luftversorgung und zeigen sich gegenseitig, wie sich wichtige Verschlüsse oder das Bleisystem im Notfall öffnen lassen.

Der Buddy-Check ist deshalb keine lästige Formalität. Er hilft dabei, kleine Fehler frühzeitig zu erkennen, Missverständnisse zu vermeiden und gemeinsam gut vorbereitet in den Tauchgang zu starten.

Warum der Buddy-Check so wichtig ist?

Beim Tauchen vertrauen wir unserer Ausrüstung – und unserem Tauchpartner. Kleine Unachtsamkeiten können unter Wasser schnell zu größeren Problemen führen. Ein verdrehter Inflatorschlauch, ein nicht vollständig geöffnetes Flaschenventil, eine lockere Bleitasche oder eine schlecht sitzende Maske lassen sich an Land meist schnell erkennen und korrigieren.

Unter Wasser kosten dieselben Probleme deutlich mehr Aufmerksamkeit und können unnötigen Stress verursachen. Deshalb überprüfen beide Taucher ihre Ausrüstung, bevor sie ins Wasser gehen.

Der Buddy-Check soll dabei keine Angst machen. Ganz im Gegenteil: Er schafft Sicherheit und Vertrauen. Beide Taucher wissen, dass die wichtigsten Bestandteile der Ausrüstung funktionieren. Gleichzeitig lernen sie die Ausrüstung des Partners kennen und wissen, wo sich beispielsweise der alternative Atemregler, die Schnellablässe oder das Bleisystem befinden.

So starten beide gut vorbereitet und mit einem sicheren Gefühl in den gemeinsamen Tauchgang.

TBSL OK – oft auch mit dem Satz „Taucher brauchen saubere Luft, OK?!“

TBSL OK – oft auch mit dem Satz „Taucher brauchen saubere Luft, OK?!“ gemerkt – ist eine einfache Eselsbrücke für den Buddy-Check vor jedem Tauchgang.
Dabei kontrollieren sich beide Tauchpartner gegenseitig. So wird nicht nur geprüft, ob die Ausrüstung vollständig und funktionsfähig ist, sondern auch, ob der Buddy weiß, wie sich im Notfall beispielsweise das Bleisystem oder die Schnallen öffnen lassen.

T – Tarierung
Zuerst wird das Tarierjacket überprüft. Funktioniert der Inflator und lässt sich problemlos Luft in das Jacket einlassen? Anschließend wird getestet, ob die Luft auch wieder über den Inflator und die vorhandenen Schnellablässe abgelassen werden kann.
Dabei sollte darauf geachtet werden, dass die Ablassventile und Zugleinen gut erreichbar und nicht durch Ausrüstungsteile verdeckt sind. Auch der Inflatorschlauch sollte richtig angeschlossen sein und fest sitzen.

B – Blei
Als Nächstes wird das Bleisystem kontrolliert. Sitzt der Bleigurt richtig oder sind die integrierten Bleitaschen vollständig eingerastet und gesichert?
Besonders wichtig ist, dass das Blei im Notfall schnell und mit einem gezielten Handgriff abgeworfen werden kann. Beide Tauchpartner sollten deshalb wissen, wo sich die jeweiligen Schnellverschlüsse befinden und wie sie geöffnet werden. Gleichzeitig wird geprüft, ob das Blei so befestigt ist, dass es beim Einstieg ins Wasser nicht versehentlich verloren gehen kann.

S – Schnallen
Nun werden alle Schnallen, Gurte und Verschlüsse überprüft. Sind Schulter-, Brust- und Bauchgurt richtig geschlossen? Sitzt das Jacket fest, ohne die Bewegungsfreiheit oder die Atmung einzuschränken?
Auch der Flaschengurt gehört zu diesem Prüfschritt. Die Flasche darf sich nicht drehen oder nach unten aus der Halterung rutschen. Zusätzlich wird geschaut, ob Schläuche ordentlich geführt sind, nichts verdreht ist und keine Ausrüstungsteile lose herunterhängen.
Der Buddy sollte außerdem erkennen können, welche Schnallen im Notfall geöffnet werden müssen, um die Ausrüstung ablegen zu können.

L – Luft
Jetzt wird die Luftversorgung kontrolliert. Ist das Flaschenventil vollständig geöffnet und befindet sich ausreichend Atemgas für den geplanten Tauchgang in der Flasche?
Beide Tauchpartner atmen mehrmals aus ihrem Hauptatemregler und beobachten dabei das Finimeter. Die Druckanzeige sollte stabil bleiben und beim Einatmen nicht deutlich abfallen. Danach wird auch der alternative Atemregler – häufig Oktopus genannt – getestet.
Außerdem sollte jeder wissen, wo sich der alternative Atemregler des Buddys befindet und wie er im Notfall schnell erreicht werden kann. Zum Schluss wird kontrolliert, ob beide Atemregler gut zugänglich sind und die Schläuche frei liegen.

OK – Abschließender Check
Zum Schluss folgt ein gemeinsamer Blick auf die restliche Ausrüstung: Sind Maske, Flossen und gegebenenfalls Schnorchel vorhanden und richtig vorbereitet? Ist der Tauchcomputer eingeschaltet, korrekt eingestellt und zeigt er keine Warnmeldung an?
Auch weitere Ausrüstung wie Lampe, Boje, Reel oder Kamera sollte sicher befestigt sein. Nichts darf lose herabhängen oder den Tauchgang behindern.
Bevor es ins Wasser geht, stimmen sich die Tauchpartner noch einmal kurz über Einstieg, geplanten Ablauf, Handzeichen sowie das Verhalten bei einer Trennung ab. Erst wenn beide sicher sind, dass alles vollständig, funktionsfähig und richtig angelegt ist, folgt das finale OK-Zeichen – und der Tauchgang kann beginnen.

Der Buddy-Check ist keine Prüfung

Ein häufiger Fehler besteht darin, den Buddy-Check möglichst schnell „abzuarbeiten“.

Der bessere Ansatz ist: Macht ihn gemeinsam.

Nicht einer kontrolliert und der andere steht daneben. Beide überprüfen die Ausrüstung des Partners und zeigen sich gegenseitig die wichtigsten Komponenten.
Noch besser: Sprecht dabei miteinander.

„Wo ist dein Inflator?“
„Wie löst du dein Blei?“
„Wo ist deine alternative Luftversorgung?“
„Was machen wir, wenn wir den Kontakt verlieren?“

Solche Fragen kosten nur wenige Sekunden, können im Ernstfall aber entscheidend sein.

Nicht nur vor dem ersten Tauchgang

Der Buddy-Check sollte nicht nur morgens beim ersten Tauchgang stattfinden.  Nach einer längeren Pause, nach einem Flaschenwechsel, bei einer veränderten Konfiguration oder wenn Ausrüstung umgebaut wurde, lohnt sich eine erneute Kontrolle. Der Buddy-Check wird vor jedem einzelnen Tauchgang gemacht. 

Auch bei erfahrenen Tauchern.

Denn Erfahrung schützt nicht davor, etwas zu vergessen. Im Gegenteil: Routine kann manchmal dazu führen, dass man sich zu sicher fühlt und wichtige Schritte automatisch überspringt.

Fünf Minuten für mehr Sicherheit

Der Buddy-Check ist wahrscheinlich eine der einfachsten Sicherheitsroutinen beim Tauchen. Nehmt euch die Zeit. Schaut euren Buddy an. Kontrolliert die Ausrüstung. Fragt nach. Zeigt euch gegenseitig, wo sich die wichtigen Komponenten befinden. Denn ein Buddy ist nicht einfach die Person, die neben euch taucht. Ein guter Buddy ist jemand, auf den ihr euch unter Wasser verlassen könnt.

Und Vertrauen beginnt mit einer einfachen Routine – noch bevor ihr ins Wasser geht.

Buddy-Check machen. Gemeinsam tauchen. Sicherer zurückkommen.

Bleibt sicher und taucht mit Verstand – euer 23SpotsDivers Team